Heimat des "Stöffche"


Das ACH-Apfelwein-Museum

Stadtverordnete einstimmig für Förderung

Am 5. Februart 2018 beschlossen die Stadtverordneten der Stadt Hanau einstimmig die Förderung des Apfelwein-Museums mit 15.000 Euro sowie einer Bürgschaft in gleicher Höhe. Außerdem kann das Apfelwein-Centrum Hessen (ACH) e.V. als Betreiber des Museums auf Exponate und Bestände der Hanauer Museeun zugreifen. Darüber hinaus wird das Museum in das städtische Tourismus-Marketing eingebunden.

Abstimmung über das erste Hanauer Apfelwein-Museum – HR dabei

Das Apfelwein-Museum erhält Zuschüsse

Am 20. Dezember 2017 fand eine Pressekonferenz zum Apfelwein-Museum statt. MKK-Landrat Thorsten Stolz und die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler überreichten einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 45.000 Euro. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky steuerte im Namen des Magistrats weitere 15.000 Euro sowie eine Bürgschaft in gleicher Höhe bei. Der ACH-Vorstand bedankt sich im Namen seiner Mitglieder für diese großzügige finanzielle Unterstützung.

Folgende Veröffentlichungen sind im Zuge der Pressekonferenz erschienen:

Hessens erstes Apfelweinmuseum entsteht in Hanau

Startschuss für Apfelweinmuseum in Hanau

Hessens erstes Apfelweinmuseum öffnet bald seine Türen

Planungen für hessisches Apfelweinmuseum werden konkret

Apfelweinmuseum in Hanau geplant

Planung des Apfelweinmuseums in Hanau im vollen Gange

Darüber hinaus sind in den gedruckten Ausgaben der Frankfurter Rundschau und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Artikel erschienen.

 

Bereits im Vorfeld haben verschiedene Medien darüber berichtet, zum Beispiel:

Rhein-Main Extra-Tipp: Apfelwein-Museen für Frankfurt und Hanau geplant

Frankfurter Rundschau: Anekdoten und der weltgrößte Bembel

Offenbach-Post: Museum für den größten Bembel der Welt

Erlensee Aktuell: In Hanau soll ein Apfelweinmuseum entstehen

Hanauer Anzeiger: Keltermeister Jörg Stier will Apfelweinmuseum in Hanau eröffnen

Vorsprung: Stolz sagt Unterstützung für hessisches Apfelweinmuseum zu

 

Und hier können Sie den vollständigen Artikel des ACH-Unterstützers Thomas Seifert lesen:

Eine Heimat für den Riesenbembel

Ein in Frankfurt beheimateter Verein versucht schon seit einiger Zeit vergeblich, ein Apfelweinmuseum in „Mainhattan“ zu gründen. Nun will der Verein ACH! mit dem Maintaler Keltermeister Jörg Stier an der Spitze in der Brüder Grimm-Stadt das erste Apfelweinmuseum in Hessen einrichten. Die Unterstützung der Politik hat der Verein bereits, nun geht es an die Finanzierung des Projekts.

ACH! (Apfelwein Centrum Hessen – Verein zur Förderung regionaler Apfelweinkultur e.V.) verfolgt schon seit einigen Jahren das Projekt eines Apfelweinmuseums. Die Mitglieder und Vorsitzender Jörg Stier können auf einen großen Fundus an Exponaten zurückgreifen, von denen die schönsten, aussagekräftigsten und spektakulärsten im geplanten Museum einen Platz finden sollen. Darunter sind natürlich der größte Bembel der Welt mit einem Fassungsvermögen von 690 Litern und das größte Gerippte der Welt, in das immerhin auch noch 84 Liter „Stöffche“ passen. Bembel und Geripptes sind Eigentum des ACH! und stehen derzeit als Dauerleihgabe im Main Genuss Laden der Kelterei Stier am Heumarkt direkt neben dem Hotel Riesen. Und hier schließt sich der Kreis. Das Museum könnte in einem weiteren Raum mit direktem Zugang vom Laden aus eingerichtet werden. Riesen-Hotelier Dr. Wolfgang Knopf, der Vermieter von Jörg Stier, steht hinter dem Projekt und hat bereits verbindlich die Anmietung des zusätzlichen Raums und die Duldung der notwendigen Umbauarbeiten zugesagt.

Der Förderverein Deutsches Apfelweinmuseum sucht schon seit längerer Zeit zusammen mit der Stadt Frankfurt geeignete Räumlichkeiten für ein Museum, weiß Stier. Doch bislang sind alle Anläufe entweder an nicht geeigneten Räumlichkeiten oder der Finanzierung gescheitert. Da hat der ACH! einen großen Vorteil, denn die Entscheidungswege sind kurz, weil sich der Verein als Gruppe von Apfelweinfreunden sieht, die ihre unterschiedliche berufliche Kompetenz in die bislang gestemmten Projekte wie Bembel und Geripptes und mehr einbringen. Deshalb überlegten die Mitglieder, ob es denn nicht möglich wäre, zusammen mit dem im Frühjahr 2016 eröffneten Main Genuss Laden ihres Vorsitzenden in Hanau ein kleines, aber feines Apfelweinmuseum zu schaffen. Das sieht der Kellermeister aber nicht als Konkurrenz zu einem möglichen Museum in Frankfurt, sondern eher als Impuls, damit dieses, aus seiner Sicht wichtige Projekt, doch noch realisiert werden kann.

Hier kommt Dr. Wolfgang Knopf ins Spiel, der seinen Mieter Jörg Stier auf einen Raum aufmerksam machte, der als Lager genutzt wird und baulich relativ einfach an die Räumlichkeiten des Main Genuss Ladens angeschlossen werden könnte. In den insgesamt rund 40 Quadratmetern, stellte der Keltermeister Stier im Gespräch mit dem HANAUER fest, ließe sich eine komprimierte, aber informelle Ausstellung unterbringen. Diese Ansicht vertrat auch Museumspädagoge Thomas Scheuermann, der auf Vermittlung von Richard Schaffer-Hartmann, ehemals Leiter der Hanauer Museen, den Raum inspizierte und für geeignet befunden hat.

Mit dieser Expertise und der einer Schätzung von rund 60 000 Euro Umbau- und Einrichtungskosten im Rücken konnten der Verein ACH! und Jörg Stier loslegen, denn nun stand die Akquise im Fokus. Wo bekommt der Verein das notwendige Kapital her, wer unterstützt finanziell und ideell das Projekt – das waren die Kernfragen. Auf Einladung von „Apfelweinpapst“ Jörg Stier besuchten vor kurzem SPD-Landratskandidat Thorsten Stolz und Oberbürgermeister Claus Kaminsky den Main Genuss Laden und ließen sich vom Keltermeister die Pläne erklären. Unisono stellten die beiden Politiker fest, dass ein Hessisches Apfelweinmuseum einen „touristischen Leuchtturm für Hanau und den Main-Kinzig-Kreis“ darstellen würde.

Auf finanzielle Unterstützung angesprochen sagte Thorsten Stolz zu, im Falle seiner Wahl als Landrat werde sich die „Kultur- und Tourismusförderung des Main-Kinzig-Kreises mit einem Zuschuss an der Umsetzung des Projekts beteiligen“. Ins selbe Horn stieß OB Kaminsky, er stellte zusätzliche eine Ausfallbürgschaft der Stadt in Aussicht und betonte, mit einem Hessischen Apfelweinmuseum hätten Stadt und Kreis ein weiteres Alleinstellungsmerkmal im Köcher. Wenige Tage später stattete zudem Rainer Bousonville, Landratskandidat der Grünen, dem Main Genuss Laden einen Besuch ab und sagte seinerseits Unterstützung für die Pläne des ACH! zu.

Konzeptionell stellt sich Jörg Stier ein Apfelweinmuseum vor, das die Geschichte des „Stöffche“ vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit erzählt. Dabei gelte es viele Missverständnisse und Behauptungen zu widerlegen, dass zum Beispiel die Reblaus zum Aufschwung des hessischen Nationalgetränks beigetragen habe. Wobei die Hessen beileibe nicht die Erfinder des Apfelweins sind, sondern bereits um das Jahr 1000 in der Bretagne und hundert Jahre später in der Normandie Äpfel zu Wein gekeltert wurden. Aber die „Identifikation der ganzen Region mit dem hessischen Schoppen und seiner Kultur soll im Fokus der Präsentation stehen, wozu auch der Erhalt des Biotops Streuobstwiesen gehört“, betont Stier. Kooperationen mit dem Umweltzentrum in Hanau oder heimischer Gastronomie sollen das Angebot des Museums abrunden. Zudem kann sich der ACH!-Vorsitzende eine Kooperation mit Heimatmuseen der Region oder dem Main Äppel Haus auf der Frankfurter Lohrberg sehr gut vorstellen.

„Das einzigartige am Konzept ist, dass in Verbindung mit dem Main Genuss Laden das Hessische Apfelweinmuseum außergewöhnliche Öffnungszeiten hätte und die Besucher sich vom Wohlgeschmack des Stöffche bei einer Probe überzeugen könnten“, schwärmt Stier von vielfältigen Möglichkeiten der Präsentation. Doch noch liegt die hohe Hürde der Finanzierung vor dem Maintaler Keltermeister und seinen Mitstreitern vom ACH!, aber Stier ist guten Mutes, dass sich in Stadt und Kreis Menschen und Institutionen finden werden, die sich für ein Hessischen Apfelweinmuseum in Hanau erwärmen können und einen finanziellen Beitrag zur Umsetzung leisten werden: „Drei Monate haben wir für Renovierung, Umgestaltung und Einrichtung angesetzt, läuft alles glatt, könnte noch in diesem Jahr eröffnet werden“.

Text: Thomas Seifert, Hanau